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Informationsmaterialien

Komplexe Investitionsvorhaben und die zugrunde liegenden Planungs-. Entscheidungs- und Genehmigungsprozesse betreffen in vielen Fällen Fachthemen, die für die breite Öffentlichkeit nur schwer nachvollziehbar sind. Mit Informationsmaterialien können Zielgruppen in einem ersten Schritt für verschiedene Themenfelder sensibilisiert und eine breitere Öffentlichkeit erreicht werden. Auf diesem Wege können Informationen sowohl für einzelne Zielgruppen aufbereitet als auch zielgruppenübergreifend adressiert werden. Generell zeichnet sich diese Art der Informationsverbreitung durch ihren niedrigschwelligen Zugang aus.

Fachvortrag

Die Aufgabe eines Fachvortrags ist es, Hintergrundwissen zu einem bestimmten Thema zu vermitteln. Referenten können unter anderem aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft oder Verwaltung hinzugezogen werden. Gegenstand kann zum Beispiel die Präsentation eines Gutachtens sein. Überdies lässt sich ein Fachvortrag mit einer Podiumsdiskussion oder einer für das Publikum offenen Fragerunde kombinieren. Ein Fachvortrag richtet sich vornehmlich an Adressaten mit vorhandenem Vorwissen, sollte aber dennoch komplexe Inhalte verständlich und zielgruppengerecht vermitteln.

Infostand

Ein Informationsstand ist eine aus Schautafeln und (Steh-)tischen zusammengesetzte Station, an der Interessierten Wissen zu Projekten und/oder Vorhabenträger vermittelt werden soll. Die Verwendung von leichtem und transportablem Mobiliar ermöglicht einen flexiblen Einsatz an unterschiedlichen Orten wie beispielsweise Fußgängerzonen oder Marktplätzen. Gut sichtbar platziert, stellt der Stand ein niedrigschwelliges Informationsangebot dar. Um Raum für Gespräche und Fragen zu ermöglichen, sollten nach Möglichkeit mehrere Ansprechpartner zur Verfügung stehen sowie Informationsmaterial bereitgestellt werden. Eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit (Bekanntgabe von Ort und Zeitpunkt) ist empfehlenswert.

Dialogmarkt

Grundgedanke eines Dialogmarkts ist die parallele Darstellung verschiedener Aspekte eines bevorstehenden oder bereits in Umsetzung befindlichen Vorhabens. Diese werden mithilfe von Informationsmaterial auf Schautafeln und/oder Stehtischen aufbereitet, die sich jeweils einem Themenschwerpunkt widmen. Aus dem Gesamtbild der Informationsstände entsteht eine Situation, die an einen Markt erinnert. Fachliche Ansprechpartner stehen für Rückfragen und Erläuterungen an den jeweiligen Ständen direkt zur Verfügung. Das Format ermöglicht es den Interessierten, sich auf die für sie besonders relevanten Themenfelder zu konzentrieren. Für Vorhabenträger ergibt sich auf diese Weise zudem die Gelegenheit, Informationen und Rückmeldungen aus der Bevölkerung zu Detailaspekten zu sammeln und mit den Stakeholdern ins Gespräch zu kommen.

Pressemitteilung

Eine Pressemitteilung ist ein kurzer Text, mit dem aktuelle Informationen, zum Beispiel über Veranstaltungen, Positionen oder den momentanen Stand eines Projekts an Medien (Print, Radio, Fernsehen, Online) übermittelt werden können. Indem Journalisten die Pressemitteilung aufgreifen und gegebenenfalls in verschiedenen Formaten wiedergeben (Kurzmeldung, Berichterstattung etc.), kann mit einem geringen Aufwand eine hohe Medienresonanz erzeugt und damit eine breite Öffentlichkeit erreicht werden. Pressemitteilungen können entweder mit der Bitte um Veröffentlichung per E-Mail an Redaktionen versandt oder auch direkt auf der eigenen Website veröffentlicht werden. Zentrales Merkmal einer erfolgreichen Pressemitteilung ist eine geschickte Platzierung der eigenen Kernbotschaften.

Beteiligungs-Scoping

Das Beteiligungs-Scoping dient in erster Linie dazu, einen Beteiligungsprozess zu strukturieren. Zentral sind dabei die Fragen: Wer ist zu beteiligten? Welche Themen werden in welchem Umfang behandelt? Und wie können konkrete Formate und Verfahren gestaltet werden? Bei der Beantwortung dieser Fragen können auch externe Akteure wie beispielsweise Träger öffentlicher Belange oder Bürgerinitiativen hinzugezogen werden. Dieses Format stellt somit immer lediglich den Auftakt eines langfristigen Beteiligungsprozesses dar, in dem ein Fahrplan für das weitere Verfahren definiert wird.

Ortsbegehung

Die Ortsbegehung ermöglicht es, eine Vielzahl von Interessierten (zum Beispiel Bürger, Politik, Verwaltungen, Vereine, Verbände, Medien) gleichzeitig am Ort eines geplanten Vorhabens zu versammeln. Dort können sie sich selbst ein Bild über die örtlichen Gegebenheiten machen, Fragen stellen, Vorschläge äußern und miteinander diskutieren. Für den Vorhabenträger besteht die Chance, Verbesserungsvorschläge mitgeteilt zu bekommen. Den Teilnehmenden können bei dieser Gelegenheit sowohl Gestaltungsmöglichkeiten als auch die Rahmenbedingungen des Vorhabens vermittelt werden. Die Ortsbegehung bietet sich daher insbesondere zu Beginn eines Beteiligungsverfahrens oder auch im weiteren Verlauf zur Begutachtung von Veränderungen an.

Bürgerversammlung

Eine Bürgerversammlung ist ein über das reine Ziel der Information hinausgehendes Format der Öffentlichkeitsbeteiligung. Während sie zu Beginn eines Beteiligungsprozesses in Form einer Auftaktveranstaltung Vorhaben ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit rücken soll, kann sie zu späteren Zeitpunkten auch dazu genutzt werden, um einer größeren Anzahl konkret betroffener Bürgerinnen und Bürger Rahmenbedingungen, Maßnahmen und Folgeschritte vorzustellen und diese zu diskutieren.

Podiumsdiskussion

Bei einer Podiumsdiskussion werden mehrere Personen eingeladen, um mit Hilfe einer allparteilichen und konfliktsensiblen Moderation ein strittiges Thema öffentlich zu diskutieren. Bei der Besetzung des Podiums sollte auf eine Ausgewogenheit der vertretenen Positionen geachtet werden. Podiumsdiskussionen können im Rahmen verschiedener Veranstaltungen eingesetzt werden (Fernsehen, lokale Bürgerveranstaltung etc.) und den involvierten Akteuren Raum geben, ihre Position öffentlich darzustellen. Das Publikum kann sich im Verlauf der Diskussion eine eigene Meinung bilden und durch Fragen oder eigene Meinungsbeiträge teilnehmen.

Bürgerbüro

Ein Bürgerbüro ist eine Anlaufstelle, bei der sich interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einem bestimmten Vorhaben oder über die generellen Aktivitäten eines (potenziellen) Vorhabenträgers informieren können. Im Bürgerbüro stehen fachlich und kommunikativ geschulte Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung. Zudem liegen dort Materialien wie beispielsweise Broschüren, Studien zum Thema, Kartenmaterial etc.) aus. Bürgerbüros können auch von einer Institution betrieben werden oder an eine Geschäftsstelle ausgelagert werden. Bei der Planung der Öffnungs- und Sprechzeiten sind die Tagesabläufe der Zielgruppen (Jugendliche, Familien, Rentner etc.) zu beachten. Mittels eines Bürgerbüros können Informationen kontinuierlich, persönlich und niedrigschwellig an eine große Zahl von Interessierten weitergegeben werden. Hinzu kommt, dass durch die Präsenz vor Ort auch langfristig Vertrauen aufgebaut und Konfliktthemen frühzeitig identifiziert und aufgefangen werden können.

Bürgerstammtisch

Der Bürgerstammtisch ist ein auf Kontinuität angelegtes Beteiligungsformat, das den Raum für einen regelmäßigen und direkten Austausch zwischen Interessierten und Vorhabenträger schafft, ohne zu stark formalisiert zu sein. Der Kreis der Teilnehmenden sollte grundsätzlich offen sein. Beim Bürgerstammtisch können auf kurzem Wege Informationen ausgetauscht werden, ohne an eine Tagesordnung oder andere Formalia gebunden zu sein. Dabei kann langfristig über ein bestimmtes Projekt oder über wechselnde Themen gesprochen werden. Der Bürgerstammtisch kann beispielsweise dazu dienen, den Kontakt vor Ort aufrechtzuhalten, wenn zwischen einzelnen Projektschritten große Zeiträume liegen oder wenn ein Vorhabenträger mehrere Projekte über einen langen Zeitraum hinweg in einer Region umsetzen möchte.

Bürgerhaushalt

Beim Bürgerhaushalt erhält die örtliche Bevölkerung in turnusmäßigen Abständen die Gelegenheit, sich zu Fragen der kommunalen Haushaltsgestaltung beziehungsweise der Budgetverteilung mit eigenen Vorschlägen oder Kommentaren einzubringen. Den Bürgerinnen und Bürgern wird damit eine direktere Einflussmöglichkeit auf die Haushaltsgestaltung der öffentlichen Hand gewährt, wenngleich die Ergebnisse für die zuständigen Institutionen gemeinhin lediglich beratenden Charakter haben. Für Vorhabenträger kann das Instrument dahingehend adaptiert werden, dass Bürgerinnen und Bürger sich mit der Verwendung von Teilbudgets befassen, zum Beispiel bei der Gestaltung von Lärmschutz- oder Kompensationsmaßnahmen.

Planungszelle

Das Ergebnis einer Planungszelle ist ein Bürgergutachten zu einer konkreten Frage, das die Bewertung mehrerer Lösungsalternativen enthält. Die maximal 25 Teilnehmenden stellen einen repräsentativen Querschnitt der von einem Vorhaben betroffenen Bevölkerung dar. Um eine gemeinsame Wissens- und Arbeitsbasis zu schaffen, vermitteln ausgewählte Expertinnen und Experten den Teilnehmenden zu Beginn umfangreiche Informationen. Im Anschluss werden Kleingruppen gebildet, die unterschiedliche Aspekte der Fragestellung diskutieren. Dieser Prozess wird mehrfach wiederholt. So werden das Wissen und die Perspektiven aller Teilnehmenden in unterschiedlichen Konstellationen zusammengeführt. Bei Bedarf werden Experten für die Beantwortung von Fachfragen hinzugezogen. Am Ende verfassen die Teilnehmenden ein Gutachten, das neben der alternativen Bewertung auch eine Empfehlung und eine Beschreibung des Verlaufs der Diskussion beinhaltet.

Qualitative Interviews

In einem qualitativen Interview werden ausgewählte Personen von einer geschulten Interviewerin oder einem Interviewer zu einem Thema befragt. Dabei zeichnen sich qualitative Interviews – im Vergleich zu quantitativen Befragungsmethoden – insgesamt durch ihre Offenheit aus: Die konkrete Ausgestaltung der Fragen ist flexibel, Antworten können frei formuliert werden. Es können sowohl individuelle Erfahrungen (narratives Interview) als auch professionelles Wissen (Experteninterviews) thematisiert werden. Beide Varianten können sowohl zu Beginn eines Beteiligungsprozesses, während eines laufenden Verfahrens oder zum Abschluss eingesetzt werden. Sie dienen – je nach Phase des Beteiligungsverfahrens – beispielsweise der Feststellung von Positionen und deren Wandel im Zeitverlauf oder zur Evaluierung einzelner Maßnahmen und Formate.

Expertenhearing

Bei einem Expertenhearing (Expertenanhörung) werden Expertinnen und Experten mit unterschiedlichen Hintergründen eingeladen, um über ein spezifisches Thema zu referieren und im Anschluss weiterführende Fragen zu beantworten. Der Begriff „Hearing“ wird dabei häufig benutzt, um das Format gegenüber Anhörungen im rechtlichen Sinne abzugrenzen. Um eine pluralistische Meinungsbildung zu dem behandelten Thema zu erreichen, sollte eine heterogene Zusammensetzung der Expertengruppe angestrebt werden. Wichtige Charakteristika sind der fachliche Hintergrund, die Nähe zu verschiedenen Interessengruppen sowie die Positionierung der Expertinnen und Experten zu der relevanten Fragestellung, um sicherzustellen, dass unterschiedliche Positionen abgebildet werden. Eine ausgewogene Auswahl der Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft kann die Sachlichkeit und Seriosität des Meinungsbildungsprozesses unterstreichen und bisher unbeachtete Perspektiven in den Fokus rücken.

Fokusgruppe

Für eine Fokusgruppe werden fünf bis zehn Personen zu einer moderierten Gruppendiskussion eingeladen, um ein vorgegebenes Thema zu diskutieren. Bei der Zusammensetzung dieser Gruppe werden bestimmte Personenkreise – wie betroffene Bürgerinnen und Bürger oder Mitglieder von Vereinen und Verbänden – gezielt eingeladen, für die das Thema oder das Vorhaben von besonderem Interesse ist. Durch die Interaktion in der Gruppe und die Entwicklung der Diskussion können Wünsche, Interessen und Begründungszusammenhänge der Teilnehmenden erfasst werden. In der Wirtschaft werden Fokusgruppen häufig von Unternehmen eingesetzt, um einen ersten Eindruck von den Bedürfnissen und Einstellungen der Kundinnen und Kunden zu erhalten und Feedback zu einer neuen Produktentwicklung einzuholen. Dieser Grundgedanke liegt auch dem Einsatz dieses Formates in der Beteiligung zugrunde.

Charette-Verfahren

Ein interdisziplinäres Planungsteam aus Vertreterinnen und Vertretern des Vorhabenträgers, der Verwaltung sowie Bürgerinnen und Bürgern und gezielt hinzugezogenen Fachleuten erarbeitet gemeinsam Lösungen für ein konkretes Vorhaben. Die Diskussion erfolgt dabei auf Augenhöhe in einer Gruppe oder in Workshops. Die dort erarbeiteten Ideen werden im weiteren Prozess konkretisiert, hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit geprüft und mit den Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung abgestimmt. Die Kombination aus dem Wissen der Anwohnerinnen und Anwohner, der Expertise der Fachleute und dem Input der Verwaltung führt zu Ergebnissen, die gleichermaßen akzeptiert wie umsetzbar sowie auf die örtlichen Gegebenheiten zugeschnitten sind.

Open Space

Ziel der Open-Space-Methode ist es, auch tiefergehende Fragestellungen mit einer großen Zahl interessierter Bürgerinnen und Bürger zu diskutieren. Es wird ein Raum geschaffen, in dem die Teilnehmenden selbstorganisiert und eigenverantwortlich ein Leitthema gemeinschaftlich bearbeiten können. Dieses kann als konkrete Frage oder auch als abstrakte Diskussionsgrundlage formuliert sein. Die Bearbeitung findet in Workshops statt. Weitere Teilaspekte können von den Teilnehmenden im Anschluss selbst definiert und ebenfalls in Workshops bearbeitet werden. Auf diese Weise werden verschiedene Facetten des vorgegebenen Leitthemas diskutiert. Auf eine zentrale Moderation wird dabei verzichtet, stattdessen bestimmen die Teilnehmenden gemeinsam, wann und in welchem Umfang zu welchen Aspekten gearbeitet wird. Verlauf und Ergebnisse des Verfahrens sind kaum vorhersehbar, da die Kreativität der Teilnehmenden in den Workshops im Fokus steht. Am Ende einer solchen Open-Space-Beteiligung stehen gewöhnlich mehrere, aus den einzelnen Gruppen stammende Handlungsempfehlungen und Ideen, die in den weiteren Planungsverlauf einfließen können.

Quantitative Befragungen

Die quantitative Befragung – auch Umfrage genannt – ist eine häufig eingesetzte Erhebungsmethode, mit der die Meinungen eines großen Personenkreises zu einer Vielzahl von Fragen erhoben werden können. Ziel ist ein repräsentatives Meinungsbild. Grundlage der quantitativen Befragung ist ein standardisierter Fragebogen. Die Befragung kann schriftlich, telefonisch, persönlich oder auch online durchgeführt werden. Quantitative Befragungen werden regelmäßig durch Unternehmen, Wissenschaft, Medien und Politik initiiert und können zu unterschiedlichen Zeitpunkten Stimmungen (oder deren Veränderungen) abbilden oder abschließend evaluieren. Sie können auch als Input in einem anderen Format genutzt werden („Was denken die Anwohner des Orts über dieses Thema?“).

Bürgerrat

In einem Bürgerrat erarbeitet eine kleine Zahl zufällig ausgewählter Bürgerinnen und Bürger (maximal zwölf Personen) gemeinsam Lösungen für eine aktuelle Problemstellung. Die Moderation stellt sicher, dass alle Teilnehmenden gleichberechtigt sind und ihre jeweiligen Standpunkte vortragen können. Die so entstehenden Inhalte werden durch die Moderation gesammelt und in vier Kategorien eingeteilt: Probleme, Lösungen, Bedenken sowie Daten und Fakten. Daraus entstehen Lösungsvorschläge, die dann wiederum einer größeren Gruppe (z.B. der Bevölkerung eines Quartiers oder einer Region) als Grundlage einer Diskussion dienen.

Panel-Befragung

Die Panel-Befragung ist eine Sondervariante der quantitativen und qualitativen Befragungs- beziehungsweise Interviewmethoden. In der Regel handelt es sich dabei um eine standardisierte Erhebung, die in regelmäßigen Zeitabständen mit den gleichen Personen wiederholt durchgeführt wird. Von ihrer Struktur gleicht sie daher quantitativen Befragungen. Das Panel sollte repräsentativ zusammengesetzt sein und bietet im Gegensatz zu einmaligen Interviews die Möglichkeit, die Entwicklung von Meinungen nachzuzeichnen.

Anwaltsplanung

Von Planungen und Vorhaben betroffenen Bürgerinnen und Bürgern ist es nicht immer möglich, ihre Interessen und Präferenzen selbst- und eigenständig zu vertreten. Dadurch entsteht oftmals eine sogenannte Artikulationsasymmetrie. Besonders betroffen davon sind bestimmte gesellschaftliche Teilgruppen, etwa Menschen mit geringerer Bildung, gesundheitlichen Einschränkungen oder auch mit Migrationshintergrund. Mit Blick auf das Ziel, dass möglichst alle Betroffenen den Beteiligungsprozess und dessen Ergebnisse akzeptieren sollten, ist eine ungleiche Artikulationsmöglichkeit und daraus resultierende ungleiche Repräsentanz von bestimmten Interessen jedoch problematisch. Dem kann mit der der Anwaltsplanung entgegnet werden. Bei der Anwaltsplanung übernimmt eine unabhängige Person (häufig ein Planer, jedoch – anders als die Bezeichnung suggeriert – kein Jurist) die Vertretung bestimmter Gruppen und deren Positionen im Verfahren. Alternativ können auch einzelne Teilnehmende ihre Anliegen nicht aus der eigenen, sondern aus der Perspektive systematisch benachteiligter Personengruppen vorbringen. Der Gedanke der Anwaltsvertretung lässt sich auf viele weitere Formate übertragen.

Faktenklärung

Eine gemeinsame Faktenklärung (auch: Joint-Fact-Finding) wird in Beteiligungsverfahren eingesetzt, um alle involvierten Akteure hinsichtlich eines Vorhabens oder spezifischer Fragestellungen auf einen gemeinsamen Wissensstand zu bringen und idealerweise eine allgemein akzeptierte Faktenbasis zu schaffen. Der Prozess der gemeinsamen Faktenklärung wird durch eine Koordinierungsgruppe geleitet, der Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Akteursgruppen angehören (Behörden, Unternehmen, Vereine, Verbände etc.). So kann in vielen Fällen ein „Gutachterstreit“ vermieden werden, der Zeit und Ressourcen kostet und das öffentliche Ansehen aller beteiligten Akteure in Mitleidenschaft zieht.

World-Café

Ein World-Café ist ein Dialogformat, das durch eine entspannte, kaffeehausähnliche Atmosphäre und einen vorgegebenen regelmäßigen Wechsel der Gesprächspartner einen kreativen Prozess in Gang setzen und den Austausch von Wissen und Ideen unter den Teilnehmenden fördern soll. In mindestens zwei aufeinander aufbauenden Gesprächsrunden kommen die Teilnehmenden in Kleingruppen an (Steh-)Tischen zusammen und setzen sich mit einem vorgegebenen Thema beziehungsweise einer vorgegebenen Fragestellung auseinander. Nach dem Ende jeder Gesprächsrunde wechseln die Teilnehmenden den Tisch und finden sich in einer neuen Kleingruppenkonstellation zusammen. Auf diesem Weg entsteht eine konstruktive und kreative Atmosphäre, in der möglichst viele Beteiligte miteinander ins Gespräch kommen.

Runder Tisch

Ein Runder Tisch ist ein Format, bei dem Vertreterinnen und Vertreter der zentralen Akteure zusammenkommen, um sich in regelmäßigen Abständen zu einem bestimmten Thema oder Vorhaben auszutauschen. Es handelt sich somit um eine für den Projektzeitraum oder dauerhaft einzurichtende Institution. An einem Runden Tisch können etwa 15 bis 25 Personen teilnehmen. Durch eine externe Moderation wird die Neutralität gesichert und ein effektiver Ablauf gefördert. Neben dem Austausch von Wissen dient ein Runder Tisch vor allem dazu, dass Akteure miteinander anstatt übereinander reden und Schritt für Schritt eine konstruktive Arbeitsatmosphäre gefördert wird. Ein Runder Tisch kann auch zur Behandlung komplexer und konfliktiver Themen dienen. Im Rahmen von umfangreichen Beteiligungsprozessen kann der Runde Tisch ebenfalls als zentrales, steuerndes Organ genutzt werden.

Zukunftskonferenz

In der Zukunftskonferenz sollen Lösungen für gesellschaftliche Fragestellungen entwickelt und gemeinsam erörtert werden. Im Vergleich zur Werkstatt ist sie stärker formalisiert und richtet sich an eine größere Teilnehmerschaft. Im Vordergrund soll dabei die gemeinsame Erarbeitung realitätsgebundener Konzepte stehen. Aktuelle Probleme (oder als Probleme wahrgenommene Sachverhalte) und Defizite sollen benannt und mehrere, alternative Antworten zur Lösung entwickelt werden. In einem letzten Schritt werden darüber hinaus konkrete Maßnahmen zur Behebung bzw. Umsetzung benannt. An dieser Stelle zeichnet sich die Zukunftskonferenz durch die Beteiligung vieler Expertinnen und Experten sowie durch eine erhöhte Anschlussfähigkeit an weitere Entscheidungsprozesse aus. Zur Förderung der dafür notwendigen, konstruktiven Arbeitsstimmung bedarf es einer themenkundigen Moderation, die sowohl den Gesamtprozess als auch gegebenenfalls Arbeiten in Kleingruppen betreut.

Rapid Future Fabrication

Das Format der Rapid Future Fabrication dient der Entwicklung möglichst kreativer Lösungsansätze zur Bearbeitung gesellschaftlicher Zukunftsszenarien. Jeder Teilnehmende erhält die Möglichkeit, zu mehreren Szenarien eigene spontane Ideen festzuhalten. Anschließend werden die gesammelten Ansätze in Kleingruppen zusammengeführt und bewertet. Dabei stehen den Gruppen Experten unterstützend zur Verfügung. Dass diese Zusammenführung von Laien und Experten erst im zweiten Schritt erfolgt, ist eine der beiden Besonderheiten des Formats. Die zweite Besonderheit ist die Zusammensetzung der Experten, die nicht nur aus Verwaltung und Wissenschaft kommen, sondern auch Künstler, Schauspieler, Musiker oder weitere bekannte Persönlichkeiten umfassen können.

Konsensuskonferenz

Die Konsensuskonferenz (auch: Bürgerkonferenz) dient der Diskussion kontroverser Themen mit gesamtgesellschaftlicher Bedeutung durch repräsentativ ausgewählte Laien. In einem Zeitraum von bis zu zwei Wochen können die Teilnehmenden eigenständig Expertinnen und Experten benennen, die ihnen in öffentlichen Anhörungen Auskünfte erteilen. Die Beteiligten verschaffen sich auf diese Art und Weise eine fundierte Wissensbasis bezüglich der diskutierten Frage. Aus der Diskussion entsteht ein Abschlussbericht mit den Empfehlungen der Teilnehmenden. Entgegen der Bezeichnung dieses Formats muss dabei nicht zwingend ein Konsens erreicht werden. Auch die Darstellung unterschiedlicher, auf gleicher Wissensbasis beruhender Positionen der Teilnehmenden im Abschlussbericht stellt einen Mehrwert dar.

Werkstatt

In einer Werkstatt (auch: Workshop, Zukunftswerkstatt) werden die Teilnehmenden dazu angeregt, Lösungen für bestimmte Fragestellungen zu entwickeln. Das Konzept zielt darauf ab, die Kreativität der Teilnehmenden zu aktivieren und für die Planung bestimmter Vorhaben oder Themenfelder zu nutzen. In einer Werkstatt kann eine größere Gruppe gemeinsam an einer bestimmten Frage arbeiten oder im Rahmen von Kleingruppen unterschiedliche Aspekte dieser Frage diskutieren. In Werkstätten können unterschiedliche Stakeholder-Gruppen zusammenarbeiten – von Betroffenen und Interessierten über Politik und Verbände bis hin zu Expertinnen und Experten.

21st Century Town Meeting

21st Century Town Meetings sind moderne Formen der aus der Historie bekannten Bürgerversammlungen. Sie zielen auf eine möglichst umfangreiche Teilnahme aller betroffenen Gruppen ab, die gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen diskutieren und über mögliche Lösungen entscheiden. Um dies zu ermöglichen, können auch mehrere Town Meetings parallel an unterschiedlichen Veranstaltungsorten durchgeführt werden. Im Rahmen jeder dieser Veranstaltungen können außerdem weitere Kleingruppen gebildet werden, in denen eine Moderation die Diskussion führt und die zentralen Ideen und Gedanken gebündelt an ein zentrales Organ weiterleitet. Dessen Aufgabe ist es, die Ergebnisse zu bündeln und sie abschließend zur Abstimmung bereitzustellen. Alle Teilnehmenden haben dabei eine gleichberechtigte Stimme. Im 21st Century Town Meeting werden somit neue Ideen erarbeitet und gleichzeitig die gesamte Vielfalt der unterschiedlichen Meinungen innerhalb der Zielgruppe gespiegelt. Daher sind häufig lokale Themen mit einem unmittelbaren Bezug zu der Lebenswelt der Teilnehmenden Gegenstand dieses Formats.

Szenarioprozess

Ein Szenarioprozess ist eine Methode, mit deren Hilfe alternative Vorstellungen über zukünftige Entwicklungen in anschaulichen „Bildern“ (Kurzbeschreibungen) dargestellt werden. Wahrheitsgehalt und Realisierbarkeit spielen daher zunächst nur eine untergeordnete Rolle; die Szenarien stellen lediglich eine mögliche Konstruktion der Zukunft dar. Ziel des Szenarioprozesses ist es, mögliche zukünftige Entwicklungen sowie alternative Zukunftsbilder und deren Auswirkungen (positiv wie negativ) greifbar zu machen. Hierdurch wird es leichter, auf wünschenswerte Entwicklungen hinzuarbeiten und zu versuchen, negative Szenarien zu vermeiden. Für ein gegenseitiges Verständnis sorgt darüber hinaus die Kombination aus einer heterogenen Teilnehmerschaft und der Zusammenarbeit in Kleingruppen mit ergebnisoffener Diskussion.